my acne brings all the boys to the yard (and they’re all mansplaining)

my acne brings all the boys to the yard (and they’re all mansplaining)

Noch nie habe ich einen anderen Menschen mit Akne angesehen und gedacht „Wow, wäre ohne irgendwie schöner.“; noch nie. Meistens nehme ich es nicht mal wahr. Wieso also könnte ich in Tränen ausbrechen, sobald ich mein Gesicht im Spiegel sehe? Wieso drückt meine Akne so sehr auf mein Selbstbewusstsein? Oh ja, ich vergaß – unsere abgefuckten Schönheitsnormen der Gesellschaft.
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read read read

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In der Grundschule war ich zertifizierte Lesekönigin, zu Zeiten von schülerVZ war ich in Gruppen wie „Anonyme Bibliophile“ und alle meine Umzugshelfer verfluchten mich und meine schweren Bücherkartons. Ich mag Bücher. Das ist nun weder eine besonders neue noch besonders außergewöhnliche Information. Ich mag Bücher und ich lese viel, rede jedoch selten darüber – aber wieso eigentlich nicht?  „read read read“ weiterlesen

downwards

downwards

„Mein Selbstvertrauen ist gerade etwas angekratzt“, gestehe ich und lache ein wenig verschämt; meine Finger huschen unruhig die Ränder meiner Untertasse auf und ab, ähnlich wie die traurigen Zirkustiger in ihren beengten Gehegen. Beengt, so fühlt es sich auch in meiner Brust an, ich räuspere mich nervös und blinzle zu oft, dem fragenden Blick meines Gegenübers kann ich nicht standhalten, so wie ich Vielem gerade nicht standhalten kann. Fahrig streiche ich mir eine Haarsträhne hinter’s Ohr und reibe mir den Nacken, rutsche unbequem auf der Stuhlkante hin und her. Wenn ich mich schon nicht in Luft auflösen kann, will ich wenigstens dieser Situation so schnell wie möglich entkommen. Ich, das gefundenes Fressen für Freunde der Körpersprache.

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Party/-nik

Party/-nik

Reflektieren ist wichtig. Heute durchstöberte und sortierte ich alte Textdokumente und fand diesen Text wieder, den ich vor etwa drei Jahren schrieb.
Während Angst in meinem Leben schon immer eine große Rolle spielte, fand ich mich zum damaligen Zeitpunkt erstmals mit dem Begriff „Angststörung“ konfrontiert. Bis dato war das immer etwas, das nur Andere hatten; und während bereits so ein Bauchgefühl zaghaft anklopfte (okay, es klopfte nicht, es trat bereits mit lautem Gebrüll die Tür aus den Angeln), schob ich die so bitter nötige Therapie lange vor mir her – aus Angst vor der Diagnose, natürlich. Oh, the irony!
Nachfolgender Text war einer meiner ersten über meine Angststörung. Ich würde und könnte ich in dieser Form heute nicht mehr schreiben. Die Hilflosigkeit zwischen den Zeilen erdrückt mich nahezu beim Lesen und mir dämmert, wie weit ich eigentlich gekommen bin. Ich bin gewachsen, ebenso sind es die Geister in meinem Kopf; aber ich bin stärker, stärker, immer stärker. Ich erkenne die Warnsignale nun besser und kann größere Crashs meist vorab ganz gut abwenden – oder zumindest eindämmen.
Es kann helfen, auch mal zurückzublicken und sich selbst daran zu erinnern, was man in der Vergangenheit bereits bewältigen konnte, was auf den ersten und auch auf den zweiten Blick vielleicht unmöglich aussah. Und dann merken: Ich bin ein zäher Brocken und nichts bekommt mich klein!

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se·mi·ko·lon

se·mi·ko·lon

Wenige Minuten bevor der Anruf kommt, verspüre ich ein Kribbeln im ganzen Körper; kein angenehmes, eher ein alarmierendes und ich bin irritiert. Herzinfarkt, Hirnblutung, Panikattacke? Ich horche in mich: Blei in der Magengrube. Ansonsten: Nichts. Heute bin ich mir ziemlich sicher, dass es Mamas Schutzengel war, der mir aus purer Hilflosigkeit an den Schultern rüttelte.

(CW: Suizid)
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it’s a(nxiety) match!

it’s a(nxiety) match!

Wie ist das eigentlich so, sich mit psychischen Krankheiten online zu bewegen?

Anstrengend.
Aber auch schwierig zu sagen, denn ich habe eigentlich kaum Vergleichswerte, wie es so ohne ist. In meinem Fall habe ich mich dafür entschieden, damit so unverhohlen und ehrlich umzugehen wie nur möglich. Wer mir auf Instagram folgt (das aktuell aus Gründen deaktiviert ist *), der weiß, dass dort auch meine dunklen Tage festgehalten wurden. Die Aussichtslosigkeit, der Trigger-Spießrutenlauf,  dann auch wieder das Hoffnungschöpfen und Aufrappeln, das Mutmachen und Schattenboxen. Dort fing es an, dort fielen meine Worte auf fruchtbaren Boden.

Denn es ist so: Psychische Krankheiten sind geläufiger, als man selbst immer annimmt.
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